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In eigener Sache

Leider fällt es mir in dieser Saison, für die (meisten) Spieler wahrscheinlich die Saison ihres Lebens, enorm schwer, das Geschehen der Bayern hier auf dem Blog zu begleiten, zu dokumentieren. Seit dem ersten Tag dieses Blogs gab es nie so eine lange “Schaffenskrise” wie im Moment. Ich stelle fest: Spielen die Bayern so lala, fällt ihnen mal wieder einfach nichts ein, um eine mauernde Abwehr zu überwinden, oder wechselt Jupp Heynckes total unnachvollziehbar und viel zu spät die falschen Spieler aus und auch ein, dann ist es erheblich leichter, darüber etwas zu schreiben, dies zu kritisieren, als wenn wir im Grunde genommen Spieltag für Spieltag hinreißenden, absolut fokussierten Fußball zu sehen bekommen. Nun könnte ich vielleicht die gespielten 90 Minuten zusammenfassen, aber das fände ich nicht besonders interessant, das würde mir hier nicht gefallen. Hinzu kommt, dass ich in dieser Rückrunde die meisten Spiele gar nicht sehen konnte. Privat hat sich ein Projekt entwickelt, welches seit einigen Wochen in der Umsetzung ist und was auch sicher noch mindestens anderthalb Jahre andauern wird. Das nach Feierabend einige Stunden in Anspruch nimmt und das vor allem samstags keine Zeit zum nachmittäglichen Fußball schauen mehr lässt. Beim Hinspiel gegen Barcelona zum Beispiel war ich glücklich, mich mit dem Anpfiff aufs Sofa fallen lassen zu können.

Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, diesen Blog ganz aufzugeben, aber dann dachte ich, es stört ja keinen, wenn hier nur unregelmäßig Beiträge erscheinen. Zumal nach dem Veröffentlichen neuer Artikel die meisten Leser nach Hinweis auf Twitter oder Facebook reinschauen. Ich würde das also gerne erstmal so weiterführen und einfach dann etwas schreiben, wenn Zeit ist und wenn ich der Ansicht bin, es könnte ein irgendwie lesenswerter Text werden. Mir war nun mal danach, dies mehr oder weniger entschuldigend zu erklären, weil ich durch Rückmeldungen und Statistiken ja weiß, dass es doch ein paar regelmäßige Leser gibt, die hier seit geraumer Zeit dasselbe sehen. Also: sorry an alle, die das gerne lesen, was hier so geschrieben wird. Im Moment ist leider nicht die nötige Zeit vorhanden, in für einen Blog üblichen Abständen zu schreiben, und wenn sie das wäre, fehlte mir immer noch das Können, über in dieser Spielzeit häufig, nein: in der Regel fantastische Spiele des FC Bayern so zu schreiben, dass ich das zufrieden veröffentlichen könnte. Aus dem Grund sind inzwischen auch so manche Artikel, angefangen wie auch fertiggestellt, unveröffentlicht im Mülleimer gelandet. Ich hoffe, das ist nur eine Phase.

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Was ist all das wert, wenn…

Ich muss schon zugeben: Die beiden Spiele gegen Juventus waren überhaupt nicht das, was ich erwartet hatte, als dieses unbequeme Los gezogen wurde. Umso mehr lassen sie mich nun staunen, umso begeisterter bin ich. Selbst nach dem hervorragenden Hinspielergebnis wollte sich noch keine übermäßig große Zuversicht einstellen. Zu oft hat der Fußball gezeigt, dass ein sicher geglaubtes 0:2 schnell aufgeholt ist, wenn der Anschlusstreffer nur erstmal gefallen ist, wenn der Ansporn plötzlich größer nicht mehr sein könnte und der Körper in der Schlussphase noch einmal Kräfte freigibt, als wäre zuvor nie etwas gewesen. Oder auch: Wenn Dortmund in der Nachspielzeit kurzerhand einen Rückstand in einen euphorisierenden Triumph dreht.

Dass man Juventus aber zweimal in Folge unterm Strich ungefährdet besiegt hat, und auch, dass gestern Abend endlich mal ein Spiel aus der Defensive heraus gewonnen werden konnte, das nicht mal unbedingt hätte gewonnen werden müssen, und das noch ohne Gegentor, macht schon stolz. Die Bayern wirken in dieser Saison so unglaublich fokussiert und reif. Reif wäre nur inzwischen auch die Zeit – für den ganz großen Wurf.

Doch was, wenn es damit wieder nichts wird? Wenn nach 2010 und 2012 das nächste Finale vergeigt würde, oder man es gar nicht erst erreicht? Was wäre die Spielzeit 2012/2013 dann wert mit all ihren Rekorden in der Liga, die so früh schon zur Meisterschaft führten? Mit den (größtenteils) beeindruckenden Partien gegen Arsenal und Juventus? Wahrscheinlich nichts, denn die Erwartungshaltung hat sich – leider, es ärgert mich selbst – gravierend geändert. Obwohl der FC Bayern seit anderthalb Dekaden international nichts gewonnen hat, spielt er heute so gut, dass dieser verdammte Henkelpott inzwischen die einzige Trophäe ist, die einer gelungenen Spielzeit erst den krönenden Abschluss bereitet, der aus einer tollen Meistersaison eine überragende, eine endlich historische macht.

Langsam wird es auch Zeit, wollen sich Lahm und Schweinsteiger endgültig ein Denkmal setzen: Der ewig jugendliche Philipp gesellt sich im November zu Franck Ribéry in den Club der 30er, Bastian Schweinsteiger stößt im nächsten Jahr dazu. Die Stützen der Mannschaft kommen in die Jahre, allzu viele Spielzeiten auf heutigem Niveau werden ihnen nicht mehr bleiben. Man macht sich so seine Gedanken.

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Twitter und Länderspiele. Und “Wetten dass…”

Dieser Artikel hat nicht wirklich viel mit dem zu tun, was hier sonst überwiegend zu lesen ist. Ich hoffe, es ist okay, hoffe, dass sich niemand daran stört. Anfangs hatte ich überlegt, den Text vielleicht auf einem Tumblr-Blog zu veröffentlichen, aber dann dachte ich, dass ich diesen Blog hier ja nun mal habe und das einfach hier publiziere. Und einige, die hier lesen, sind ja ebenfalls bei Twitter.

Twitter ist ein wirklich tolles Medium. Für mich als Internetuser, als Fußballfan und nicht zuletzt als Blogger. Es ermöglicht einen freundschaftlichen, häufig humorvollen und respektvollen Austausch unter Gleichgesinnten, und das in Echtzeit. Man kommt dort schnell an brandaktuelle Infos, sei es durch Sportler oder Vereine selbst, oder durch Journalisten, die ihre Informationen da für alle Interessierten zugänglich machen.

Und doch gibt es Tage, vielmehr Abende, an denen man Twitter mehr oder weniger aus Neugierde und wohl Gewohnheit nutzt, es aber nicht nur anstrengend ist, sondern geradezu nervenraubend erscheint.

An solchen Abenden läuft zum Beispiel “Wetten dass…”, wo es ganz offensichtlich manchen Twitter-Usern einzig darum geht, sich über Markus Lanz aufzuregen, lustigzumachen, oder auf einen Fehler oder eine manchmal tatsächlich etwas merkwürdige Interview-Frage zu warten, nur um anschließend auf Twitter einen abfälligen Spruch zu hinterlassen – der idealerweise oft retweetet und favorisiert wird. Dass Lanz sichtlich bemüht ist, der Sendung Frische zu verleihen, nicht nur die riesigen Fußstapfen Thomas Gottschalks irgendwie zu füllen, sondern dem ganzen einen eigenen Stempel aufzudrücken – geschenkt. Interessiert kaum einen, wenn man doch so schön Witzchen über den freundlichen Südtiroler machen kann, der zwar mehr Moderator denn Showmaster ist, aber all die Häme im Internet gewiss nicht verdient. Twitter ist leider auch das.

Oder wenn die deutsche Nationalmannschaft ein Länderspiel bestreitet. Dann sind die Moderatoren und Kommentatoren schon früh zum Scheitern verurteilt, weil sie sowieso nur oberflächliches Zeug reden und im Detail ja gar keine Ahnung haben. So zumindest häufig mein Eindruck, wenn ich in die Timeline schaue. Vor dem heutigen Spiel gegen Kasachstan war die “falsche Neun” großes Thema für die Aufstellung der Deutschen. Während im Ersten erklärt wurde, dass das Teil eines Systems ohne echten, gelernten Stoßstürmer ist, bei dem ein spielstarker Mittelfeldspieler nach ganz vorn rückt, wurde im Netz längst darüber gelästert. Das ist doch nun wirklich ein alter Hut, zu Zeiten, in denen sich doch ausnahmslos jeder Fußballinteressierte reihenweise den meterlangen Taktikporn auf Spielverlagerung.net reinzieht.

Die ARD – stellvertretend genannt für den heutigen Abend – sendet aber eben nicht nur für den geneigten Twitteruser, der sich tagsüber via Tweetdeck & Co. alle brandaktuellen News live ins Büro kommen lässt. Sie sendet auch für Omma und Oppa und Fritz und Lieschen Müller, die nicht gleich Bescheid wissen, dass es um die Offensivtaktik rund um Mario Götze geht, wenn Beckmann und Scholl über die “falsche Neun” sprechen. Im Moment jüngst davor hätten sie vermutlich nicht einmal an Fußball gedacht, wenn sie auf die “falsche Neun” angesprochen worden wären. Sie, die falsche Neun, hätte, wie im Einspieler der ARD gezeigt, vorrangig für fragende Blicke gesorgt. Länderspiele sind TV-Ereignisse, die natürlich zum einen Experten und Fachkundige vor den Fernseher locken, aber zum anderen eben auch Zuschauer, die sich nicht so ausgiebig mit Fußball und dem, was alles dazu gehören kann, befassen können und/oder wollen. Wenn ich mich mit einem Thema nicht besonders auskenne, bin ich immer froh, wenn bei entsprechenden TV-Übertragungen auch an jene gedacht wird, und Dinge, die für viele das Normalste auf der Welt sind, für andere verständlich erklärt werden. Das darf doch wohl auch beim Fußball so sein.

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