Für Bayernfans ein bisschen nervenaufreibend, für Fußball-Deutschland traumhaft und mit Spannung erwartet. Die Rede ist natürlich vom Endspurt in der Fußball-Bundesliga. Tabellenführer und Zweitplatzierter haben jeweils 64 Punkte herausgespielt. Die um 13 Treffer bessere Torbilanz beim FC Bayern könnte, sofern die restlichen Partien der Schalker und der Bayern den gleichen Ausgang haben, das Zünglein an der Waage sein.
Weder gegen Werder Bremen, noch gegen Mainz 05 werden die Spieler von Felix Magath diesen Vorsprung wohl einholen können. Schalke ist auf Remis oder Niederlage der Bayern angewiesen. Gewinnen diese jedoch beide noch ausstehenden Duelle gegen Bochum und in Berlin, gibt es rot-weißen Freudentaumel, angereichert mit einigen Litern Weißbier aus den ganz großen Gläsern vom Sponsor.
Mit einem derart offenen Saisonfinale gehen auch die Rechen- und Kopfspielchen einher. Sollte es den Bremern gelingen, Schalke am Samstag in Gelsenkirchen zu besiegen und Bayern führe parallel dazu einen Heimsieg gegen das befreundete, aber akut abstiegsgefährdete Bochum ein, dann wäre der Meister aufgrund der besseren Tordifferenz bereits gefunden. Eine offizielle Feier mit Übergabe der Schale gäbe es freilich nicht, so lange nicht rechnerisch auch der letzte Fakt geschaffen ist.
Beide Meisterschafts-Anwärter spielen am Wochenende im eigenen Reich, können sich also überlegen, ob der Spielstand des Konkurrenten eingeblendet wird, oder ob darauf möglicherweise verzichtet wird, um die Spieler entweder nicht unter Druck zu setzen, oder aber nicht zu sehr in Sicherheit zu wiegen. Denn, egal was der Gegner macht, das eigene Spiel muss gewonnen werden.
Möglicherweise präsentieren die Bayern am Samstag dann auch ihr kommendes Retro-Heim-Trikot, das wäre im letzten Heimspiel der Saison erfahrungsgemäß nicht unüblich.
Nach dem beeindruckenden 3:0 bei Olympique Lyon wird vermutlich keiner besondere Angst vor dem VfL Bochum haben, wo heute bekanntlich Trainer Heiko Herrlich nach einigen schwerwiegenden Fehlern und internen Eskapaden entlassen wurde. Was Trainerwechsel bewirken können, wenn es gut läuft, konnte man in der laufenden Saison bereits an den Herren Köstner und Gross sehen. Nicht ganz unwahrscheinlich wäre aber, dass sich der Trainerwechsel in Bochum eher derart gestaltet, wie in Berlin oder Hannover, wo Friedhelm Funkel und Mirko Slomka zunächst keinerlei Aussicht auf Besserung mitbringen konnten. Das bleibt abzuwarten. Unterschätzen wird man Bochum schon nicht und ein Motivationsproblem sollte beim letzten Heimspiel der Saison auch nicht geben, wenn die Schale in Reichweite ist.
An den beiden letzten Spieltagen finden alle Begegnungen zeitgleich statt. Es gibt weder das Freitagsspiel, noch das in dieser Spielzeit eingeführte “Topspiel” am Abend und auch keine Sonntagsspiele. Für die Sky-Moderatoren war es am 29. Spieltag sicher die größte Herausforderung, nach dem Spitzenspiel Erster gegen Zweiter, also Schalke gegen Bayern, das “Topspiel des Spieltages, Köln gegen Berlin” anzukündigen… Das gesamte Geschehen konzentriert sich jetzt auf den Zeitraum 15:30 Uhr bis etwa 17:20 Uhr.

30/04/2010 @ 08:37
Kleiner Fehler: Das Top(f)spiel war Köln gegen Berlin, nicht Köln gegen Bochum.
30/04/2010 @ 09:28
Du hast völlig recht, ich hab’s ja extra noch nachgeschaut. Danke für den Hinweis, ist korrigiert.