Am Abend geht die Champions League in die zweite Runde und der Deutsche FCB trifft in Basel auf Schweizer FCB. Ohne weiter darüber nachzudenken, könnte man schnell meinen, dass man Basel auch mit einer B-Elf locker besiegen könnte. Ganz so einfach wird es aber gegen die vom ex-Bayer Torsten Fink trainierte Auswahl nicht gehen. Mit Alex Frei, Marco Streller, Valentin Stocker oder Benjamin Huggel sind zügig vier Namen gefunden, die nicht unbekannt sind, aber auch keine Anwärter zum Titel “Europas Fußballer des Jahres” darstellen.
In der Schweizer “AXPO Super League” (wer eine uninteressante Liga hat, macht sich einfach einen spannenden Namen) ist Basel amtierender Doublesieger und steht mit einer Saisonbilanz von fünf Siegen, drei Remis und zwei Niederlagen hinter dem FC Luzern auf Rang 2 der Tabelle. In der letzten Partie siegte man beim drittplatzierten FC Zürich deutlich mit 4:1.
Ob man dadurch bedingt und als Heimmannschaft aber selbstbewusst und auf die eigenen Stärken bedacht in die Partie geht, wird sich zeigen. Ich könnte mir eher vorstellen, dass der allgemeine Respekt eines klassischen Underdogs vor dem FC Bayern überwiegt und man in erster Linie mauern und kontern wird. Ich mache mit der Milchmädchenrechnung, dass mir lediglich Mittelfeld- und Offensivspieler bekannt sind, die hintere Reihe aber so gar nicht, einfach die Defensive als Schwachpunkt aus. Klingt doch auch logisch. In der letzten Saison kassierte Basel im Schnitt 1,2 Tore pro Spiel.
Da ich im Moment aber stark an unserer eigenen Abwehr zweifele, hoffe ich auf das Prinzip “vorn mehr schießen, als hinten bekommen”. Dieses Prinzip wird sich in einem möglichen weiteren Verlauf in der Königsklasse und damit einher gehenden anspruchsvolleren Gegnern aber noch spannender gestalten. Gegen Basel könnte auch der Anspruch sein, einfach zu Null zu gewinnen.
Was das Taktische und Personelle anbelangt rechne ich weiterhin mit Danijel Pranjic auf der linken Abwehrseite. Manche hatten ja vermutet, dass der Ausfall Contentos unseren ausgemusterten Argentinier wieder in die Startaufstellung bringen könnte, würde Badstuber vertretungsweise auf die linke Seite rücken. Pustekuchen. Im Spiel gegen Mainz schickte van Gaal den 2,50 Meter großen Daniel van Buyten in den Sturm und wechselte dafür ausgerechnet Edel-Reservist Tymoshchuk für die Abwehr ein und eben nicht Martin Demichelis, der auf dieser Position für gewöhnlich heimisch ist. Lieber einen defensiven Mittelfelspieler im Abwehrzentrum, als den divenhaften “Micho”, dachte sich van Gaal scheinbar. Den stolzen Ukrainer wird’s gefreut haben. Oder sollten etwa nur Südamerikaner mit der Extraportion Stolz ausgestattet sein, wie man zuletzt durch Demichelis und die Berichterstattung um seine Person den Eindruck gewinnen konnte?
Der kicker sieht ein 4-4-2 mit flacher Vier vor. Hinten van Bommel und Schweinsteiger im nächsten Anlauf, die Form der vergangenen Saison zu finden, rechts und links davor Thomer Müller und Hamit Altintop. Im Sturm laufen demnach Olic und Klose auf. Und dabei kann ich nur hoffen, dass Klose wirklich als zweiter Stürmer aufgeboten wird und nicht wieder als verkappter Zehner oder hängende Spitze oder was auch immer, um Olic vorne nicht in Quere zu kommen. Toni Kroos bliebe somit maximal, aber unter Garantie die Joker-Rolle. Ich würde dies befürworten. Altintop hat seine Chance verdient und Kroos zuletzt, natürlich der ungeliebten Position auf der rechten Außenbahn geschuldet, nichts gebracht.
Ich will mal hoffen, dass man sich eindrucksvoll zurückmeldet und Basel nicht den Hauch einer Chance lässt. Langsam erwarte ich ein funktionierendes Team. Die Spieler sind bald zwei Monate wieder im Training, der Trainer ist noch immer derselbe und die Vorgaben, dominant das Spiel durch ständigen Ballbesitz zu bestimmen, sind auch noch gleich. Lediglich die Durchschlagskraft ähnelt der einer unterklassigen Hobbymannschaft. Man benötigt nach aktuellen Statistiken etwa 26 Schüsse für ein Tor. Dabei werden so manch gute Chancen stets erspielt. Was im Training jedoch ein absolutes Tabuthema ist, sieht man den Bayern Spiel für Spiel an: Freistöße und Ecken könnte man auch gleich den Gegner ausführen lassen.
Für Basel muss es aber dennoch reichen und in diesem Sinne wünsche ich allen Fußballfans ein flottes Spiel mit siegreichen Bayern.

28/09/2010 @ 13:51
Bayern wird schon in der Lage sein, den FC Basel zu besiegen. Außerdem stehen die Roten unter Druck. Das bedeutet, dass sie wieder sehr schönen Fußball auf den Rasen zaubern werden!
28/09/2010 @ 13:54
Ich find es äußerst merkwürdig, dass ein Abwehrspieler unser bester Joker im Sturm ist. Darüber darf man wirklich nicht nachdenken…
30/09/2010 @ 13:44
Solange der Joker Tore schießt, ist mir das eigentlich wurscht. ;-)