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Gedanken zum bevorstehenden Dante-Transfer

Aktuellen Medienberichten zufolge rückt der Wechsel von Gladbachs Abwehrchef Dante zum FC Bayern immer näher. Aufgrund einer Vertragsklausel könnte der Brasilianer offenbar für vergleichsweise schlappe 4,6 Millionen Euro verpflichtet werden. Mit einem derart günstigen Transfer würden die Bayern nichts falsch machen können, sollte man meinen. Immerhin wird Daniel van Buyten nicht jünger und es ist auch nicht zu erwarten, dass seine gegebene Verletzungsanfälligkeit mit zunehmendem Alter nachlassen wird. Und insgesamt gerät die Bayernabwehr, eigentlich egal wer spielt, sowieso viel zu oft kollektiv ins Schwimmen.

Das Ziel des FC Bayern sollte es aber sein, mit einem Transfer nicht primär auf Nummer sicher zu gehen, im schlechtesten Fall damit also keinen nennenswerten finanziellen Schaden zu erleiden, vielmehr sollte man sich qualitativ mit jeder neuen Verpflichtung erheblich verbessern. So ja auch die erhabenen Äußerungen der Vereinsführung etwa nach Transfers von Starspielern wie Ribéry, Robben, Gomez oder Neuer, bei denen weder Kosten noch Mühen gescheut wurden. Aus diesem Grund bin ich noch leicht skeptisch, ob Dante die erhoffte Verstärkung für die Mannschaft sein kann. Mir geht es keinesfalls rein um die Ablösesumme, was ja auch Quatsch wäre, ganz im Gegenteil, aber ich habe eben Zweifel, ob Dante die Abwehr so stabilisieren kann, wie es die nicht ganz so bescheidenen Ansprüche der Bayern erfordern würden. Er greift auf einen Erfahrungsschatz von 82 Bundesligaspielen zurück (Hummels hat zum Vergleich heute 111, Badstuber 79), war zuvor u.a. bei Standard Lüttich und dem OSC Lille. Und vor allem ist er schon 28 Jahre alt, hat dabei keinerlei internationale Erfahrung und wäre neben Jerome Boateng und Holger Badstuber der dritte Innenverteidiger mit Anspruch auf die Stammelf, wenn wir Daniel van Buyten aus genannten Gründen hier mal außen vor lassen. Breno, dessen Vertrag im Sommer ausläuft und es wohl nicht nur aus subjektiver Sicht nicht einen einzigen Grund gibt, diesen Vertrag zu verlängern, sowieso.

Man darf befürchten, dass man mit diesem Transfer, ganz 90er-Jahre-like, die Ligakonkurrenz  (die im Falle von Borussia Mönchengladbach nach meinem Dafürhalten schon im nächsten Jahr keine solche mehr sein wird) zwar enorm schwächt, aber sich selbst möglicherweise ebenfalls einen Bärendienst erweist. Die Zeiten sind vorbei, in denen ein Spieler von einem nominell schwächeren Verein zum FC Bayern kommt, nur um beim FC Bayern zu sein. Sie wollen alle spielen und sie wissen, dass sie sich rein finanziell heute auch andernorts in Deutschland verbessern können. Die Berater tun dabei ihr übriges. Ich will nicht sagen, dass der Transfer von Dante gänzlich unnötig ist, zumal man personell, wie schon spekuliert, unbedingt nachlegen muss. Aber ich sehe eben auch die Unruhe aufkommen, wenn Dante oder Boateng mit ihren Ambitionen häufiger mal auf die Bank müssen. Ich vermute, bevor Jerome Boateng beim FC Bayern dauerhaft die bekanntlich eher ungeliebte Position des Rechtsverteidigers bekleidet, sucht er sich lieber einen anderen Verein. Innen könnte neben Badstuber nun mal nur einer von beiden spielen. Es sei denn, man würde Außenverteidiger abschaffen und in der Abwehr plötzlich mit drei Innenverteidigern spielen. Diese Aufstellung könnte Dante in der Mitte vorsehen, Boateng rechts davon und Badstuber zur Linken. Philipp Lahm würde in diesem Beispiel ins defensive Mittelfeld neben Schweinsteiger rücken und für den häufig enttäuschenden Rafinha wäre tragischerweise kein Platz mehr. Ob man darauf jedoch wetten sollte?

Auf der anderen Seite muss der FC Bayern für seine Ziele auf allen Positionen annähernd gleichwertige Spieler im Kader haben. Idealerweise führt ein verletzungsbedingter Ausfall nicht zu einem Qualitätsverlust. Ich würde mich also freuen, wenn sich ein Dante-Transfer für den FC Bayern als goldrichtig erweisen sollte. Im gleichen Zug müsste man sich dann aber eben Gedanken um Jerome Boateng machen, der in diesem Fall wohl keinen Platz mehr in der ersten Elf hätte. Holger Badstuber spielt stets ansprechend und reift überdies mehr und mehr zum Führungsspieler heran. Er ist aus der Mannschaft schlicht nicht wegzudenken.

Zur Veranschaulichung anbei noch Statistikwerte von Dante, im Vergleich dazu selbe Fakten zu den Bayern-Innenverteidigern Badstuber und van Buyten, sowie zum Dortmunder Mats Hummels, der der Meinung vieler nach der ligaweit stärkste Innenverteidiger ist. Originalgrößen der Grafiken bei Mausklick. Entnommen von bundesliga.de.

DANTE

HOLGER BADSTUBER

DANIEL VAN BUYTEN

MATS HUMMELS



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