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Hitzlsperger und das Länderspiel, das Millionen vor den Fernseher fesselt

Morgen hat das Warten endlich ein Ende. Die Nationalmannschaft ist nach vierwöchiger Abstinenz zurück. Das mit Spannung herbeigesehnte Duell zwischen Fußballgigant und Fußballknirps wird um 20:30 Uhr in Kopenhagen angepfiffen. Der amtierende und erfolgreich verteidigte WM-Dritte trifft dabei immerhin auf einen WM-Teilnehmer. Deutschland gegen Dänemark. Bei einer solchen Konstellation denken Fußballfans des ganzen Landes an Béla Réthy und Backgroundinfos from Hell, Chips, Bier und schlechten Fußball.

Dass dieses Spiel kein Mensch braucht, ist nichts neues. Neu aber ist der Spielführer der deutschen Auswahl. Ich schreibe bei der Nationalmannschaft immer gern von der “deutschen Elite”. Das ist hier aber doch sehr unpassend, deshalb halte ich mich lieber an “Auswahl” oder einfach “Nationalmannschaft”. Ballack ist noch nicht fit, Philipp Lahm soll sich neben den meisten anderen Nationalspielern des FC Bayern auf “Wunsch” von Louis van Gaal auf den Verein konzentrieren und wurde nicht nominiert. Auch WM-Teilnehmer anderer Vereine bleiben dem Verein für die heiße Vorbereitungsphase erhalten. Lediglich sieben Spieler, die jüngst südafrikanisches Grün bespielten, sind gegen Dänemark dabei.

Der Kapitän ist ein alter Bekannter. Thomas “Hitz the Hammer” Hitzlsperger. Er hat sich während der WM extra für dieses Testspiel, das bekanntlich keiner braucht, geschont. Zum Dank dafür und vielleicht als Trost für seinen grandios geflopten Wechsel zu Lazio Rom im Winter schickt man ihn mit der Binde um den Oberarm in die Arena. Und so komisch es klingt: vollkommen zurecht. Die anderen Spieler, die an dieser fragwürdigen Reise teilnehmen, haben zusammen wahrscheinlich knapp halb so viele Länderspieler auf dem Buckel, wie Hitz (51 Spiele für die A-Nationalmannschaft) allein. Der “Hammer” spielt in der nächsten Saison passender weise bei den Hammers. Von Lazio Rom geht die Reise und viel mehr die Suche nach alter Stärker wieder auf die Insel, die ihn bekannt machte. Er hat sich West Ham United angeschlossen und hofft, schnell wieder in Fahrt zu kommen.

Beim Länderspiel wird Béla Réthy in gewiss ganz anderer Stimmlage und getrieben von völlig anderen Emotionen wie denen vor noch rund 8 Wochen Namen nennen, die mit Schweinsteiger, Özil, Müller, Friedrich, Khedira oder Neuer so viel zu tun haben, wie 1860 München mit dem ganzen sportlichem Stolz des Freistaat Bayerns. Anstelle dessen wird er Namen aussprechen, oder vielleicht doch auch mal ausrufen, die Kroos, Wiese, Hunt, Beck oder Schäfer lauten. Und schon am Donnerstag lesen wir den einschlägigen Medien, dass vom “Fußball-Wunder Deutschland” wenige vier Wochen nach der WM nichts mehr zu sehen war. Trockener, schon langweiliger Kick wird die Augen desöfteren nach links oben schielen lassen, wo zu verfolgen sein wird, dass von den 90 zu spielenden Minuten noch gar nicht so viel Zeit verronnen ist, wie man vielleicht hofft.

Und wenn der selbstverständlich dazu gehörende Rummel um dieses Spiel schön langsam wieder abklingt, dann wird es sportlich endlich für den FC Bayern und seine Fans wieder interessant. Schon am Freitatg empfängt man Real Madrid. Auch hier wird das ZDF vertreten sein. Im Gegensatz zum Länderspiel sind hierbei allerdings Namen wie Schweinsteiger, Müller, Klose, Lahm und hoffentlich auch Sami Khedira im Spiel.

Der Baziblogger meldet sich hiermit nach ein bisschen Sommerpause wieder zurück.



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