Auf einmal dachten gestern alle, dass der Transfer von Javi Martínez zum FC Bayern perfekt sei. Alfred Draxler (1) hatte inzwischen genug gelesen und mal selbst nachgehakt und das dann entsprechend publiziert. Die Medien hat’s gefreut, viele haben seine Erkenntnisse übernommen. Unterschiedliche Berichte gab es über Gehalt und Ablösesumme. Angeblich würde Martínez dabei irgendwie jährlich auf zwei Millionen des wohl ursprünglich ausgehandelten Salärs verzichten, damit Bayern bei diesem Deal doch noch ein bisschen sparen kann. Der abgebende Verein, Athletic Bilbao, bestehe jedenfalls weiterhin auf die volle Summe der Ausstiegsklausel in Höhe von 40 Millionen Euro. Dass das inzwischen nochmals dementiert wurde, erscheint beinahe nebensächlich, es dürfte eine Frage der Zeit sein. Und das spielt den Bayern in die Karten.
1) Für jene, die ihn nicht kennen und nicht suchen mögen
Die Bayern sagen ja bei jeder Gelegenheit, dass man die geforderten 40 Millionen nicht zahlen werde, was sich ein bisschen so anhört wie »Wenn ihr ihn schon nicht abgeben wollt, dann ja wohl bitte zu einem fairen Preis«. Der geneigte Beobachter des alljährlichen Transferspektakels wird sich nun vielleicht denken: Aber dann kommt doch der Transfer auch nicht zustande! Könnte man meinen, sollte es allerdings so sein, dass dem Spieler wirklich stark an diesem Wechsel gelegen ist, kann dieser zustande kommen, sobald die Bayern das 40-Millionen-Angebot auf den Tisch legen. Dann greift die Klausel, die dem 23-jährigen nun mal in den Vertrag geschrieben wurde. Würden die Bayern das am letzten Tag der Transferperiode tun, hätte Bilbao so gut wie keine Chance, den Abgang des in der Mannschaft so wichtigen Spielers annähernd adäquat zu ersetzen. Also spielen die Bayern auf Zeit. Sollte man sich mit Martínez tatsächlich schon einig sein, geht ihre Strategie auf. Will Bilbao einen möglichen Abgang des Nationalspielers aber personell kompensieren, ist bald Eile geboten. Vielleicht würde man sich dann mit den Bayern doch auf eine geringere Summe einigen, damit man selbst nochmal nachlegen kann. Das funktioniert häufig nicht von jetzt auf gleich, zumal sich Athletic Bilbao einst ein äußerst kleines Einzugsgebiet (2) für Spielerverpflichtungen auferlegt hat.
2) Zu lesen in der Infobox oberhalb des Kaders
Dass man den geforderten Preis nicht bezahlen möchte, ist hinlänglich bekannt, aber vielleicht wurde ja genau deswegen von Matthias Sammer der so häufig zitierte Satz lanciert, dass man vielleicht doch etwas Verrücktes machen werde, wenn man der Meinung ist, das sei nötig. Das ließe sich bequem als Hintertürchen verwenden, wenn man erklären muss, warum denn am Ende doch die Summe gezahlt wird, gegen die man sich so sehr wehrte.

16/08/2012 @ 12:46
Bisher habe ich darüber nicht so intensiv nachgedacht. Meine bisherigen Gedanken zu dieser ganzen (mittlerweile sehr obskuren) Martínez-Geschichte waren eigentlich immer von dem Glauben bestimmt, dass unser Vorstand da schon aktiv wird und sich was einfallen lässt, sollte der Spieler wirklich von Interesse sein. Das was Du hier aufgetafelt hast, das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen und klingt absolut schlüssig. Da freu ich mich ja jetzt fast schon ein bisschen auf das Ende vom Lied. :D
16/08/2012 @ 13:46
Da schließe ich mich Chris an. Wenn man es so sieht macht alles mehr Sinn. Würde mich freuen, wenn es klappt. Habe mich gestern Abend schon umsonst sehr gefreut.
17/08/2012 @ 14:09
Guter Denkansatz!