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Niederlage #1 – Kaiserslautern, 0:2

Die erste Pflichtspiel-Niederlage wurde also im dritten Pflichtspiel geschluckt. Gegen Aufsteiger Kaiserslauten. Bei mindestens 95% Ballbesitz und 20 Schüssen, von denen aber an diesem Abend kaum mehr als ein Zwanzigstel wirklich auf das Tor gingen.

Es war insgesamt eines dieser Spiele, das einerseits hätte völlig anders ausgehen können, wenn Thomas Müller in der Mitte der ersten Halbzeit wirklich das Tor gemacht hätte, weches ich bereits lauthals bejubelte. Ich dachte mit etwas Verspätung, dass dann Abseits gepfiffen wurde, aber dass der Ball gar nicht erst im Tor war, dass kam für mich in dem Moment irgendwie überhaupt nicht infrage. Das war dann kurz nach meinem Jubel sehr überraschend. Schnell war dann aber zu sehen, dass es eines dieser ganz gemeinen Spiele war, an denen man tun und machen kann, was man will (was irgendwie aber natürlich überhaupt nicht gelingt, eben weil es eines dieser Spiele ist…), aber der Ball trotzdem einfach nicht das Tor trifft. Die rund 20 Schüsse flogen zu 97% überall hin, nur nicht da, wo es im Endeffekt zu Punkten führen kann. Die größte Chance hatte dabei Toni Kroos per Volley, was vom Lauterer Keeper aber super pariert worden war.

Toni Kroos muss überhaupt Teil dieses laienhaften Rückblicks sein. Er wurde aus der Startelf gestrichen, weil Louis van Gaal auf seinen Freund Ivica Olitz vertraut hatte, der wieder fit war. Leider konnte Olic überhaupt nichts bewirken, blieb die ganze Zeit blass und setzte keinerlei Impulse. In der 63. Minute kam für ihn dann Toni Kroos und brachte ein bisschen Fahrt ins Spiel. Die Bayern drückten dann ganz gewaltig, aber wie beschrieben sollte es einfach nichts werden. Man hätte auch 150 Minuten im strömenden Regen der Pfalz toben können, das Tor hätten die Bayern an diesem Abend nicht mehr getroffen. Wie in dem Spiel gegen Frankfurt vor wenigen Jahren, als ausschließlich die Bayern spielten und wenn ich nicht irre, einen Torschuss-Rekord aufstellten. Etwa 50 Schüsse führten nicht zum Erfolg. Wenigstens traf Frankfurt seinerzeit auch nicht. Oka Nikolav hatte aber wahrscheinlich auch die meisten Ballkontakte. Beim Halten und beim Abstoß.

Ganz schlecht sah heute mit Holger Badstuber, Diego Contento, Philipp Lahm und Miroslav Klose fast die halbe Feldmannschaft und immerhin drei Viertel der Abwehrreihe aus. Da kann man ja eigentlich nur verlieren. Lahm hatte  zwar eine hervorragende Zweikampfquote, aber ebenso Stock- und Passfehler, die man von ihm einfach nicht gewohnt ist. Was wirklich ärgerlich ist: Kaiserslauten hat sich im Grunde genommen nur zwei Mal nach vorn gewagt. Dummerweise waren das zwei direkt aufeinander folgende glorreiche Minuten. Es waren die Spielminuten 36 und 37. Und die Tore 1 und 2.

Bei allem Ärger über die erste Schlappe im zweiten Ligaspiel kann ich noch mit zwei Tatsachen aufwarten, die vielleicht ein bisschen Trost spenden.

  • Das letzte 0:2 tat ganz entschieden mehr weh. Wer auf Anhieb nicht drauf kommt, kann ja mal “22.05.2010 fussball” googlen. Dagegen ist eine Niederlage am 2. Spieltag ja wohl Pillepalle, wenn auch trotzdem ärgerlich.
  • Als die Bayern das letzte Mal gegen Saisonbeginn gegen einen Aufsteiger verloren haben, hat man in der Folge mit Arjen Robben ein Stückchen Weltklasse in die Mannschaft geholt. Drei Tage verbleiben noch um eine sehr riskante Saisonplanung mit van Buyten, Badstuber und Contento auf den letzten Drücker doch noch zu überwerfen.

Nicht so cool ist, dass Kaiserslauten, als sie das letzte Mal als Aufsteiger die Bayern schlugen, auch Meister geworden ist. Aber da gab es auch noch keinen van Gaal, keinen Ribery, Robben, Müller oder Schweinsteiger. Was interessiert uns gestern.

Marcel Reif, in seiner Jugend Kaiserslautern-Fankurvenschreihals, gab sich zwar Mühe zum objektiven Blick auf das Spiel, scheiterte hier und da aber trotzdem. Torschüsse der Lauterer begleitete er fast emotionaler und lauter, als Torschüsse von Diego Milito im Champions League-Finale am 22. Mai, womit ich die Google-Suche auf der Zielgeraden des Blog-Artikels ersparen möchte, falls nicht schon geschehen.

Übrigens haben die überheblichen Fans der Lauterer zum Ende ironisch mit Taschentüchern gewedelt. Ich habe mir vorgenommen, vielleicht gleiches zu tun, wenn am 34. Spieltag weinende Kaiserslautern-Fans über den erneuten schmerzhaften Abstieg trauern. Pah!

Nun ja, wir haben am zweiten Spieltag bereits mehr Punkte als im Vorjahr nach drei Spielen. Jetzt ist zwei Wochen Pause, jetzt geht es zwei Wochen lang wieder pausenlos um die bald lästige “K-Frage” in der Nationalmannschaft. Am 10. September werden die Bayern dann gegen Bremen zuhause ihr erstes Samstagabendspiel der Saison bestreiten.

1 Kommentar

  1. Ásgeir Sigurvinsson

    28/08/2010 @ 16:08

    Ich werde den Artikel morgen fertiglesen – beim ersten Absatz hatte ich schon keine Lust mehr: mir geht dieses PayTV-Gewaesch von wegen ‘Schuessen auf das Tor’ gehoerig auf den Zeiger..
    Und jetzt les ich diese hohle Phrase in einem meiner gebookmarkten Blogs – HIMMEL *RSCH UND ZWIRN!

    Also ich kann mich an (mindestens) zwei Baelle erinnern, die denkbar knapp am Pfosten vorbei kullerten, rollten oder auch flogen.. Knapp daneben ist zwar auch vorbei – dennoch immerhin weitaus gefaehrlicher als die schwache ‘Rueckgabe’ Ribérys direkt in die Arme von Sippel.
    Von dem her nervt dieses Gefasel ganz schoen.

    Mal andersrum gefragt: wenn der Ball also 20x gemuetlich auf den gegnerischen Tormann zudroeppelt, anstatt dass er 20x mit Karacho hauchduenn am Tor vorbei kracht, ist es also ein Indiz… WOFUER??

    Abgesehen davon, dass unterm Strich in beiden Faellen dasselbe bei rumkommt: kein Tor – aber darum geht’s grad nicht.

    Dass die Pfeifen von SKY allen moeglichen Stuss herbeifabulieren: geschenkt – die meisten koennen’s eh nicht besser und muessen es auf die Schnelle aufbauschen, weil sonst der Chef maulig wird.
    Aber muss dieses blinde Runterleiern von Fakten hier auch noch sein?

    Bitte nicht!
    Danke.

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