Wenn die Bayern am Samstag Freiburger Grün betreten, werden sie von einer außerordentlich salonfähigen Statistik begleitet. Am 9. März 1996 gingen die Bayern das letzte Mal als Verlierer in einem Bundesligaduell mit den Freiburgern vom Feld. Seither gab es drei Unentschieden und 14 Siege, mit 6:1 (1999) und 6:0 (2003) zum Teil sehr deutlich. Ich frage mich warum, aber an das 5:1 der Freiburger, es war der 23.08.1994, kann ich mich noch erinnern. Es ist so lange her, ein gewisser Jean-Pierre Papin ist in der 76. Minute vom Feld gestellt worden.
Wie man sieht, ist das auf dem Papier eine wenig spannende Angelegenheit. Insgesamt 16 Bayernsiegen stehen vier Remis und drei Niederlagen gegenüber. Das Hinspiel gewannen die Bayern mit 4:2. Die Spannung bringen nun die Bayern selbst in die Partie. Nachdem in der laufenden Saison alle Ziele verfehlt worden sind, zählen jetzt nur noch Siege um die Champions League zu erreichen, oder zumindest die Qualifikation dafür in Angriff nehmen zu können. Vom verbesserten Platz in der Fünfjahreswertung, den die Bayern löwenanteilig der Bundesliga erarbeitet haben, profitiert der Viertplatzierte erst in der kommenden Saison. Es gilt nun Hannover vom dritten Rang zu verdrängen. Möglicherweise ist bei einem guten Verlauf der Restsaison auch noch der zweite Platz machbar, dafür muss Leverkusen aber ein paar Punkte liegen lassen.
Breno wird sich am vergangenen Dienstag eher nicht erneut für einen Platz in der Innenverteidigung empfohlen haben. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass wir Breno gegen Inter Mailand letztmals im Bayerndress gesehen haben. Zumindest erst mal von Beginn an. Wenn Daniel van Buyten weiterhin gesetzt bleibt, wäre an seiner Seite Holger Badstuber denkbar, der nach der Winterpause ankündigte, sich die Rolle des Abwehrchefs absolut zuzutrauen. Bis er wegen wiederholt schwacher Leistung aus dem Team genommen wurde. Vielleicht hat er alle Kräfte und alle Konzentration inzwischen wieder beisammen. Ich nehme jedoch an, dass er eines der Opfer der angekündigten Transferoffensive im Sommer sein wird.
Noch muss man jedoch mit dem Personal auskommen, das zur Verfügung steht. Bei manchen hofft man leise, dass sie wechseln, bei anderen hofft man, dass sie bleiben. Um das alles zu erreichen sind jetzt Siege gefragt. Etwas anderes zählt nicht mehr. Die Saison ist im Eimer. Rette man, was gerettet werden kann.
