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Über die Herbstmeisterschaft. Und Stuttgarter Fans.

Zum ersten Mal in dieser Saison gelang es den Bayern, einen Rückstand aufzuholen und am Ende als Sieger vom Platz zu gehen. In einem über 60 Minuten sehr ansehnlichen Fußballspiel gingen die Bayern kurz nach einer verstolperten Großchance von Mario Gomez schon früh in Rückstand, konnten diesen wenige Minuten später jedoch egalisieren.

Für den größten Aufreger des Spiels sorgte Stuttgarts Linksverteidiger Cristian Molinaro, der sich in der 29. Minute schon die zweite gelbe Karte nach Foulspielen an Arjen Robben einheimste und dadurch inmitten der ersten Hälfte bereits das Feld verlassen musste. Was viele der anwesenden Fans im Stadion, die in der Folge “Robben, du Arschloch!”, oder “Alle auf die 10!” skandierten, sonst aber bestimmt- und vor allem nach dem Selbstmord Robert Enkes total gegen derartiges Verhalten gegenüber Einzelnen sind, weil ja das große Umdenken angekündigt war, offenbar nicht sahen: Schiedsrichter Gräfe hat hier, ganz anders als Cristian Molinaro, alles richtig gemacht. Das waren zwei Fouls, die mit Gelb geahndet gehören. Vielleicht hebt Arjen Robben wirklich mal vor dem Kontakt schon leicht ab und windet sich bei härteren Fouls besonders stark, um die Kartenentscheidung dadurch vielleicht beeinflussen zu können. Aber wenn der an sich doch sehr erfahrene Molinaro kurz nacheinander zweimal außer Foulspiel kein probates Mittel sieht und den Gegenspieler nun mal deutlich trifft, dann ist das einfach ein gerechtfertigter Platzverweis. Viele dieser Stuttgarter Fans zeigten sich am gestrigen Abend von einer eher hässlichen Seite. Schade eigentlich, aber so ist es nun mal in den Stadien, und daran wird sich in der nächsten Zeit wohl auch kaum etwas ändern.

Als das 1:2, erneut durch Mario Gomez, fiel und alle glaubten, dass das Spiel nun gewiss entschieden sei, unterliefen den Bayern Fehler über Fehler. Zwar wurde die Mannschaft durch drei Wechsel stark verändert, aber mit der Hereinnahme dreier defensiv ausgerichteter Spieler hätten sich wohl alle Bayernfans einen anderen Verlauf erhofft, als den erlebten. Cacau hatte eine gute Chance nach freundlicher Einladung von Daniel van Buyten, schoss aber knapp über das Tor. Insgesamt sah das Bayernspiel ab der Führung nicht besonders strukturiert und souverän aus. Aber die Führung wurde über die Zeit gerettet, war insgesamt auch völlig verdient und beschert den Bayern, wenn am nächsten Spieltag nicht alles schiefgeht, die Herbstmeisterschaft. Sollten die Bayern daheim gegen Köln 0:5 verlieren und der BVB gegen Freiburg 5:0 gewinnen, dann wäre zum Beispiel alles schiefgegangen. Aber das halte ich für eher unwahrscheinlich. Und von daher fragt spätestens übermorgen kein Mensch mehr etwas danach, ob sich die Bayern bei der Verwaltung ihrer Führung mit Ruhm bekleckert haben, oder eben nicht. Es ist mit dem Abpfiff schlichtweg egal.



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9 Kommentare

  1. War gestern in Stuttgart und war von den Stuttgarter Fans ebenso überrascht bis ziemlich enttäuscht. Kennt man die Stuttgarter doch eigentlich als gutes Publikum. Auch erstaunlich wieviele Schwaben nach dem Spiel Ärger rund um das Stadion gesucht haben. Einfach nur armselig! Finde die Enke-Keule daher absolut in Ordnung. Das Umdenken hat bis heute nicht stattgefunden, obwohl es ja von vielen angekündigt war. Auch das Verhalten eines Molinaro nach der völlig verdienten gelb-roten Karte ist etwas fragwürdig.

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  2. @Volker: Sehe ich anders. Weswegen ich das so geschrieben habe. Meinetwegen können die Leute gegnerische Spieler ja auspfeifen, wenn man mit einem gerechtfertigten Platzverweis schon nicht umgehen kann, bei dem es nicht einmal eine Wiederholung braucht. Aber die ganze Zeit über immer und immer wieder gegen einen Spieler zu hetzen, das finde ich hochgradig beschämend. Es kotzt mich einfach an, dass so viele Leute immer berührt tun, auf Mitgefühl und Verständnis machen, wenn denn es etwas passiert, nur um dann bei der erstbesten Gelegenheit wieder derart primitiv zu werden und sich gegenüber dem Alltag um 180 Grad in Verhalten und Denken drehen. Aber vielleicht drehen diese Spezialisten sich ja auch bloß im Alltag um 180 Grad, mag auch sein. Normal ist sowas jedenfalls nicht. Also eigentlich. Im Stadion scheinbar schon. Bei vielen.

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  3. Ich finde nicht, dass du hier die Enke-Karte ziehen musst. Natürlich sind solche Sprüche unschön, aber wie du ja auch schon schreibst, hat er sich das auch selber zuzuschreiben. Ich habe das Spiel nur auszugsweise gesehen und somit nur das zweite Foul gesehen. Natürlich Foul und nur mit einem dicken zugedrückten Auge keine gelbe Karte. Was Robben da aber für ne Show abzieht ist auch einfach schwach.

    Egal, so isser halt. Insgesamt eine verdiente gelb-rote Karte und auch ein verdienter Sieg.

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  4. @Jan und Andi:

    Ich mag es einfach nicht, wie der Selbstmord von Enke immer wieder instrumentalisiert wird. Und ich denke nicht, dass viele Fans auf Mitleid gemacht haben bzgl. Enke denn jeder, der mit dem Fußball zu tun hat konnte sich schon damals ausmalen, dass es im Grunde so weitergehen wird. Nur Zwanziger wollte sein Gutmensch Image bedienen (genau wie bei Rafati). Und jeder wusste, dass die Kommentare in der Presse, gerade in der Bild, keine 5 Minuten gültig sein werden.
    Und es bin mir zu 100% sicher, dass Robert Enke niemals ein Problem damit hatte, wenn ihn auswärtige Fans beschimpft oder ausgepfiffen haben.

    Bei Robben ist es nun mal so, dass er die Reaktionen bisweilen auch provoziert. Gegen Schmelzer hat er das auch immer wieder probiert eine Karte zu schinden. Da muss er dann durch (und damit wird er auch kein Problem haben). Kein Spieler dürfte ein Problem damit haben, wenn er auf fremden Terrain ausgepfiffen wird. Gerade auch ein Spieler der Bayern nicht. Ich kann damit ja auch um, wenn mich die Blauen oder die Bayernfans als Hurensöhne oder so beschimpfen. Da gibts andere Sachen, die mir mehr zusetzen würden.

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  5. Das stimmt, die zweite gelbe Karte war berechtigt, allerdings hat sie der Falsche bekommen! Robben hätte sie für seine tolle schauspielerische Leistung bekommen müssen. Molinaro spielt eindeutig den Ball und der Holländer fällt um wie vom Blitz gertroffen und hält sich das SCHIENBEIN, wo es nun definitiv keine Berührung gab. EINFACH LÄCHERLICH!!

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  6. ein wind, so schwach, er rührt kein blatt
    da lachen selbst die würmer
    doch einen macht das lüftchen platt:
    den holländischen stürmer

    der arme tropf. er fällt wie baum
    und wälzt sich voller schmerzen
    “herr doktor, kommt er durch?” – “wohl kaum”
    der pastor sucht schon kerzen

    es folgt gelb-rot. und dann, genau:
    genesung! seht ihn hoppen!
    in schwaben heißt das: dumme sau
    in bayern: arjen robben

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