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Wieder da. Mit Enttäuschung über “unsere” Südkurve.

Zweieinhalb Wochen Babyurlaub liegen hinter mir und nach reichlich turbulenten ersten zwei Wochen hat sich das neuerliche Leben zu dritt inzwischen doch ganz gut eingependelt. Der Alltag hat mich eingeholt und so komme ich zwischendurch auch wieder dazu diesen Blog zu füllen. Vorher möchte ich mich an dieser Stelle aber nochmal bei den zahlreichen Gratulationen und Glückwünschen zur Geburt unserer Tochter hier und vor allem über Twitter bedanken. Das war wirklich umwerfend, mit so viel Reaktionen hätte ich nie gerechnet. Vielen Dank!

Nebenbei, mobiles Internet macht es möglich, konnte ich die unschönen Differenzen zwischen Teilen der Fans und dem Verein, Uli Hoeneß im Speziellen, verfolgen und will darauf zur Wiederaufnahme des Blog-Geschehens noch ein bisschen eingehen. Ich bewundere Uli Hoeneß für die erfolgreiche Art und Weise, mit der er in den letzten gut drei Jahrzehnten als Manager das aus dem FC Bayern gemacht hat, was er heute ist, gehöre aber nicht zu denen, die Uli Hoeneß aufgrund all dessen für komplett unfehlbar halten. Kritik muss auf jeden Fall gestattet sein, aber das Wie ist dabei entscheidend. Wer gern austeilt, sollte über die Gabe verfügen, selbst einstecken zu können. Was in der Südkurve seit Wochen passiert ist aber sehr beschämend. Es wird vergessen, dass Hoeneß immer, wirklich immer im Sinne des Vereins handelt.

Auf die umfangreiche Stadion-Finanz-Thematik zwischen den Bayern und den Löwen kann ich nicht so sehr eingehen, dafür bin ich nicht weit genug im Bilde und ohnehin kein Zahlenakrobat. Wovon ich aber fest ausgehe ist, dass Hoeneß auch hier ganz im Sinne des FC Bayern handelt. Ihm wird es kaum darum gehen, bei den Löwen, vielleicht vor Fußballdeutschland als Samariter dazustehen, sondern den Stadtrivalen am Leben zu halten, damit das gestundete Geld, hier geht es nicht um Peanuts, sondern um Millionen, eines Tages wieder in die Kasse zu bekommen. Der Bayernfan sollte nicht vergessen, dass angekündigt wurde, dass nach Abzahlung des Stadions viel mehr Geld in den Kader fließen kann und wird. Ob diese Ankündigung eingehalten wird, steht dabei natürlich auf einem anderen Blatt. Man posaunte ja auch schon, den Kader jährlich punktuell verstärken zu wollen, was alle zwei Jahre nicht umgesetzt wird.

Was Teile der Fans in der Südkurve, so muss man es nennen, auch wenn die Ultras gern annehmen, für die gesamte Fanschar zu sprechen, in den letzten Wochen im Stadion veranstalten, empfinde ich als unverschämt und peinlich. Sie können gern ihre Meinung kundtun, sollten sich aber nicht derart in den Vordergrund stellen. Die Mannschaft scheint trotz des anstehenden Qualifikationskrimis für die Champions League ein Motivationsproblem zu haben. Anders kann ich mir das Spiel gegen Gladbach kaum erklären. Wer unbedingt in die Champions League will, sollte sich auf dem Feld auch für dieses Ziel zerreißen und nicht unkonzentriert auf Sparflamme spielen, wie man bei manchen den Eindruck bekommen könnte. Und deswegen sollte es an den Fans im Stadion sein, für gute Stimmung zu sorgen, die Mannschaft anzufeuern und nicht einen persönlichen Kleinkrieg zu führen und sich selbst über die Interessen des Vereins stellen.

Das gilt auch für die Anti-Neuer-Stimmung. Eines Tages werden die Fans, die gestern noch “Koan Neuer” skandiert haben, ihn frenetisch bejubeln, wenn er der Mannschaft mit seiner ganzen Klasse wichtige Punkte rettet. Zumindest die charakterstarken, die vorrangig wegen Fußball ins Stadion gehen. Eines Tages hält Neuer im Bayerndress vielleicht mal einen Elfer, dann werden sehr viele Fans im Stadion aufspringen und feiern. Weil sie garantiert in dem Augenblick das Sportliche über dem Persönlichen bewerten. Und die Eckfahnen-Nummer, die Neuer den Missmut erst einbrachte, würde ihm heute unter Garantie nicht mehr passieren. Er ist sportlich wie charakterlich gereift. Er wäre wird eine große Bereicherung für den FC Bayern.

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